Rückpfiff für Sibylle Berg

Als Kommentar zur Verleihung des Literatur-Nobelpreises an Bob Dylan war am 14. Oktober 2016 auf der Titelseite der „Rheinischen Post“ folgendes Zitat der „Schriftstellerin“ Sibylle Berg zu lesen: „Die Chancen für mich, den Nobelpreis in Physik zu bekommen, haben sich gerade dramatisch erhöht.“

Frau Berg verfügt offenbar nicht über hinreichend Bildung, um zu erkennen, dass Bob Dylan nicht nur ein Sänger ist, der seine Lieder selbst schreibt, sondern dass er vielmehr in allererster Linie ein hochkarätiger Dichter ist, der seine Verse singend zum Publikum bringt. Und damit steht er – und übrigens auch Leonard Cohen und Joni Mitchell – in einer langen literarischen Tradition, die in Nordwesteuropa bis ins Mittelalter und gesamteuropäisch bis in die Antike zurückreicht, und ohne die europäische Literatur kaum denkbar wäre.

Ich schlage deshalb vor, dass die Entscheidungsgremien des „Marburger Literaturpreises“, des „Wolfgang-Koeppen-Preises, der Auszeichnung der Stadt Zürich, der Auszeichnung der Zeitschrift „Theater heute“, des „Friedrich-Luft-Preises“, des „Hörspielpreises der Kriegsblinden“ und des „Else-Lasker-Schüler-Dramatikerpreises“ beschließen, Frau Sibylle Berg die ihr bereits verliehenen Ehrungen wieder abzuerkennen wegen eklatanten Mangels an literarischem Grundverständnis und wegen unerträglicher Gehässigkeit gegenüber einem verdienten Kollegen.

Schön ist ein Zylinderhut (in Fortsetzung einer Idee von Wilhelm Busch)

(Über diese alte Klamotte bin ich neulich anhand eines Films von Ulrich Schamoni wieder gestolpert und hatte einfach Lust, sie ein bisschen weiterzudichten. Die ersten zehn sind von Busch, dann kommen meine)

Schön ist ein Zylinderhut, wenn man ihn besitzen tut.

Doch von ganz besond’rer Güte sind stets zwei Zylinderhüte.

Hat man der Zylinder drei, hat man einen mehr als zwei.

Vier Zylinder, das sind grad zwei Zylinder zum Quadrat.

Fünf Zylinder sind genau für drei Kinder, Mann und Frau.

Sechs Zylinder, das ist toll, machen das halbe Dutzend voll.

Sieben Zylinder sind genug für ‘nen kleinen Leichenzug.

Hat man der Zylinder acht, wird der Pfarrer auch bedacht.

Hat man der Zylinder neun, kriegt der Küster auch noch ein’.

Zehn Zylinder sind bequem für das Dezimalsystem.

Elf Zylinder, oh wie fein, das müssen Narrenkappen sein.

Zwölf Zylinder, oh wie schön, würden den Aposteln stehn.

Zylinder dreizehn an der Zahl, für Abergläubige ’ne Qual.

Hat man vierzehn dieser Dinger, sind das vier Stück mehr als Finger.

Kann man ihrer fünfzehn zählen, fällt es schwer, ein‘ auszuwählen.

Sechzehn Röhren von Format sind zuviel für’n Elferrat

Hat man eigentlich je gesehen Zylinder Stücker siebenzehn?

Achtzehn Hüte rund und schwarz sind nur selten für die Katz.

Hat man zehne gar plus neun, find man dat in Hamburch scheun.

Hat man der Zylinder zwanzig, kommt man damit bis nach Danzig.

Soll’ns gar einundzwanzig sein, dann lass Dir selbst was fallen ein.

salat surreal

Mojo Porträt2013

„Ist das hier ein Blog-Haus?“, fragte der kleine Blog. „Vielleicht wird es eins“, antwortete der große Blog. „Auf jeden Fall ist es keine Bank und von daher gesehen relativ ungefährlich.“ „Das ist gut“, fand der kleine Blog. „Ich will nämlich keine Bank, sondern einen Platz unter einem Dach, an dem ich Gedanken und Bilder ausbreiten kann.“

„Aha, und was für Gedanken und Bilder sind das?“ „Praktisch von Apfel bis Zimt: von Bebop und Beatnik, Dada und Dylan,  von Eseln und Einsiedlern, Göttern und Gänsen, von Kunst und Krawall, von Liedern und Lachen, von Oden und Ölen, Prinzen und Pfeifen, von Schiffen und Stränden, vom Tanz um den Tand, von Wundern und Wüsten, Xanthippen und …“ „Da bin ich aber gespannt“, sagte der große Blog. „Ich glaube, das wird ein richtiger ‚Salat Surreal'“